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Das Thema "Computer Aided Translation" (CAT) hat in den letzten Jahren häufiger von sich reden gemacht. Ich meine: Zu Unrecht. Solange Computer nicht denken und verstehen, kann es auch keine befriedigenden
Ergebnisse bei maschineller Übersetzung geben.
Selbst "professionelle Übersetzungssysteme" können bislang nur hochgradig phrasierte Texte einigermaßen verlustarm in eine andere Sprache übertragen.
In diesen eher unrealistischen Anwendungsfällen erreicht man durch Einsatz eines CAT-Systems tatsächlich einen beachtlichen Zeitvorsprung im Vergleich zur mühsamen manuellen Übersetzung.
Und wenn es sich um einen echten Text für echte Leser handelt? Tja, da sieht die Sache schon wieder anders aus. Bestenfalls bekommt man einen Überblick zum Ausgangstext, aber längere Textpassagen oder verschachtelte Sätze geben regelmäßig neue Rätsel auf...
Das bedeutet erheblichen Korrekturbedarf, wenn das Ergebnis auch nur stilistische und fachliche Mindestanforderungen erfüllen soll. Damit ist die Zeitersparnis durch CAT ganz schnell wieder dahin.
Denn das Umformulieren, Verifizieren und Korrekturlesen braucht in der Regel länger, als wenn man von Anfang an ordentlich gearbeitet und sein Hirn eingeschaltet hätte!
Eine literarische Übersetzung, eine originelle Werbebotschaft, eine informative Website oder auch eine
frustrationsarme Gebrauchsanleitung - diese Quellen bestehen nur selten aus einer maschinentauglichen Aneinanderreihung von Phrasen.
Hier kommt man leider nicht umhin, den Kontext zu beachten, Zusammenhänge zu sehen, Hintergrundwissen anzuwenden, kreativ zu werden. Dieses Verständnis kann bis dato kein CAT-System mit noch so umfangreichen Translation-Memories imitieren!
Meine Erfahrungen mit prominenten Tools deuten darauf hin, dass man überhaupt nicht ernsthaft
damit arbeiten kann, wenn man sich auf ein breiteres Themenspektrum versteht.
Maschinenübersetzung ist eben das genaue Gegenteil von "Herz und Verstand".
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